Universität von Evora
Universität von Évora
Denkmäler
Die Gründung der Universität Évora geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als Kardinal D. Henrique, 1. Erzbischof von Évora, mit Zustimmung von König João III. den Bau eines Gebäudes für die Gemeinschaft der Jesuitenseminare anordnete. 1553 wurden die Räumlichkeiten erweitert und der Kreuzgang der „Botica“ (Apotheke) errichtet, aus dem das Kolleg des Heiligen Geistes hervorging, das von der Gesellschaft Jesu verwaltet wurde. Der erste Unterricht fand am 28. August 1553 statt. Sechs Jahre später, am 15. April 1559, wurde durch die Bulle „Cum a Nobis“ von Papst Paul IV. die zweite Universität Portugals gegründet. Die feierliche Eröffnung des akademischen Jahres fand am Allerheiligentag, dem 1. November 1559, statt.
Zwei Jahre später begann mit dem Bau des „Gerais“ ein weiterer Erweiterungsbau des Gebäudes. Zu dieser Zeit durfte die Universität alle Fächer außer Medizin, Zivilrecht und Teilen des kanonischen Rechts lehren. Zunächst wurden Philosophie, Moral, Bibelkunde, spekulative Theologie, Rhetorik, Grammatik und Geisteswissenschaften gelehrt. Später, unter D. Pedro II., wurde der Unterricht in Mathematik, Geographie, Physik und Militärarchitektur aufgenommen.
Nach 200 Jahren bedeutender Rolle bei der Ausbildung der Eliten und Missionare des Königreichs wurde die Universität am 8. Februar 1759 vom Marquis von Pombal geschlossen und die Jesuiten aus Portugal vertrieben. In den folgenden 200 Jahren blieb die Universität von Évora geschlossen, bis sie 1973 erneuert und als öffentliche Universität wiedereröffnet wurde. In dieser Zeit waren in diesem schönen Gebäude zahlreiche weitere Lehreinrichtungen untergebracht, entweder einzeln oder in Kooperation: die Königlichen Lehrer der Pombalina-Reform (1762), der Dritte Orden des Heiligen Franziskus unter dem Schutz von Frei Manuel do Cenáculo (1776), die Real Casa Pia (1836), das Nationale Gymnasium Liceu (1841), die Industrie- und Handelsschule (1915) und das Universitätsinstitut Évora (1973).
Heute ist die Universität Évora eine moderne und innovative Institution, die sich durch die Qualität ihrer Forschung und Lehre auszeichnet. Sie folgt dem Motto von Luís de Camões „Ehrliches Studium gepaart mit langjähriger Erfahrung“ und verbindet die lange pädagogische, kulturelle und wissenschaftliche Tradition mit den hohen Anforderungen der Moderne und Technologie. Sie bietet ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Technologie und Kunst mit etwa 36 Grund-, 76 Master- und 31 Doktortiteln.