Neckar
Beginnen Sie die Tour mit Ihrem Guide auf der Eberhardsbrücke, auch als Neckarbrücke bekannt, und bestaunen Sie die malerische Uferpromenade mit ihren alten, liebevoll in Pastelltönen gestrichenen Häusern. Blicken Sie auf den Neckar und die Neckarinsel, die von fast 200 Jahre alten Platanen gesäumt ist. Nehmen Sie sich Zeit und beobachten Sie, wie die „Stocherkähne“ – die in Tübingen einzigartigen Stocherkahnboote, die mit einer langen Holzstange gesteuert werden – in einer romantischen Kulisse vorbeigleiten. Gehen Sie die Neckarhalde hinauf und besichtigen Sie die „Burse“, die 1482, wenige Jahre nach der Gründung der Universität, als Studentenwohnheim und Arbeitszimmer erbaut wurde. Erfahren Sie mehr über den deutschen Lyriker Friedrich Hölderlin, der in Tübingen Theologie studiert hatte. Ein beträchtlicher Teil der europäischen Geistesgeschichte wurde in den Mauern des protestantischen Kollegiatstifts geschrieben, einem ehemaligen Augustinerkloster aus dem Jahr 1534. Nach der Reformation diente es als herzogliches Stipendium für Studenten der protestantischen Theologie, zu denen unter anderem der berühmte Astronom und Mathematiker Johannes Kepler, der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel und der Dichter Friedrich Hölderlin zählten. Müde? Halten Sie den Atem an, denn wir gehen die Schlossgasse hinauf, eine der ältesten Straßen Tübingens mit einigen der ältesten Häuser – und erreichen Schloss Hohentübingen. Chroniken erwähnen das Schloss erstmals im Jahr 1078. Die meisten der heute noch existierenden Gebäude stammen aus dem 16. Jahrhundert und beherbergen zahlreiche Institute und Sammlungen der Universität. Genießen Sie die Aussicht auf die Stadt, das Neckar- und Ammertal und die erweiterte Region bis hin zur Schwäbischen Alb. Schlendern Sie zurück in die Altstadt, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hat und aufgrund der fehlenden Schwerindustrie in der Stadt intakt blieb. Spazieren Sie über den Marktplatz – auch bekannt als „das Wohnzimmer“ Tübingens – und bewundern Sie die malerischen Fachwerkhäuser, die größtenteils im 15. und 16. Jahrhundert erbaut wurden. Entdecken Sie das mittelalterliche Rathaus mit seiner reich verzierten Fassade und einer kunstvollen astronomischen Uhr von Johannes Stöffler. Der Renaissancebrunnen davor, der Neptun mit seinem Dreizack zeigt, wurde 1617 geschaffen und trägt zur gemütlichen Atmosphäre des Platzes bei. Von dort führt Sie Ihr Guide zum zentralen Wahrzeichen der Stadt, der Stiftskirche St. Georg. Sie wurde im spätgotischen Stil erbaut und erhielt innen eine äußerst prächtige Ausstattung: einen Altar von Dürers Schüler Hans Schäufelein, ein reich verziertes Baptisterium, meisterhaft geschaffene Chorstühle, wunderschöne Buntglasfenster und einen der prächtigsten gotischen Lettner Süddeutschlands. Beenden Sie Ihren Rundgang in der Münzgasse an der Alten Universitäts-Aula, einst Mittelpunkt der 1477 neu gegründeten Eberhard Karls Universität. Bis zur Fertigstellung der Neuen Aula in der Wilhelmstraße 1845 blieb sie das Hauptgebäude der Universität und steht unter Denkmalschutz.