Nuraghe Santu Antine
Die Tour geht weiter nach Torralba. Dort können wir ein architektonisches Juwel besichtigen, das beeindruckendste im Nuraghental, einem der Gebiete mit der höchsten Konzentration antiker Gebäude auf Sardinien. Santu Antine wurde zwischen der mittleren Bronzezeit (16. Jahrhundert) und der Eisenzeit (9. Jahrhundert v. Chr.) erbaut. Es ist riesig und besteht aus massiven, perfekt geformten Basaltblöcken, die von der Basis zur Spitze des Gebäudes hin allmählich kleiner werden. Sein Mauerwerk besteht vollständig aus Trockenstein. Sein zentraler Turm ist 17 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 15 Metern. Es hatte ursprünglich drei Stockwerke und wird von einer dreilappigen Bastion (mit drei Türmen) geschützt. Der Eingang führt zu einem Durchgang, in dem sich ein Korridor befindet, der um die Räume herumführt und durch neun in regelmäßigem Abstand zueinander angeordnete Schlitze beleuchtet wird. Sie können sich entlang des Korridors in Richtung der Innenräume bewegen. Es erweckt den Eindruck, dass die großen Steine, aus denen die Struktur gebaut ist, jeden Moment einstürzen könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall! Dank der Baukunst der Nuraghen konnten sie Tausende von Jahren überdauern. Über eine Wendeltreppe, die ebenfalls durch Schlitze beleuchtet ist, gelangt man zu zwei Räumen im ersten und zweiten Stock, von denen der erste mit einer Theke und zwei Nischen ausgestattet ist. Eine letzte Treppe führte ursprünglich auf die Terrasse. Die quadratische Bastion, deren Seite 40 Meter lang ist, hat zwei Türme an der Vorderseite und einen dritten an der Rückseite. Alle drei sind kreisförmig, haben einen Durchmesser von 6 Metern und sind mit Schlitzen versehen. Sie sind durch kurze Durchgänge mit dem Hof verbunden, und der Turm an der Rückseite durch einen langen Tunnel.
Vor der Bastion befinden sich 14 runde Hütten, in denen die Bevölkerung des Dorfes lebte. Einige haben Sitze, Herde, Trennwände, Nischen und Schränke, was uns hilft zu verstehen, wozu sie damals dienten. Vor dem Eingang zur Nuraghe befindet sich die „Versammlungshütte“ mit Sitz und Herd. In einigen Hütten wurden Spuren aus der Römerzeit gefunden, die davon zeugen, dass die Gebäude auch noch lange nach der Nuraghenzeit zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurden.